Das seit 1.9.2018 in Österreich gültige neue Arbeitszeitgesetz erfordert mehr denn je den Einsatz einer Zeiterfassung. Auch und vor allem für die Arbeitszeit der neuen Gruppe der maßgeblich Entscheidungsbefugten.

Zeiterfassung, Arbeitszeit und eine neue Gesetzeslage

Viel wurde in letzter Zeit über die Inhalte des neuen Arbeitszeitgesetzes (AZG) geschrieben, diskutiert und berichtet. Fast täglich finden sich in Zeitungen und anderen neue Kommentare und Interpretationen zu diesem Gesetz. Sowohl die Wirtschaftskammer, als auch die Arbeitnehmer-Vertretungen überstürzen sich mit Horrormeldungen. Einig ist man sich nur darüber, dass Ruhe erst eintreten wird, wenn es auch zu den vielen offenen Fragen Entscheidungen der Gerichte geben wird.

Arbeitszeitaufzeichnung als Grundlage für künftige Entscheidungen

Da es bei diesem Gesetz naturgemäß darum geht, wie lange ein Dienstnehmer nun arbeiten muss oder darf, und wie viel der Arbeitgeber dafür bezahlen muss, wird ein Gericht erst dann ein richtungsweisendes Urteil verkünden können, wenn es über die tatsächlich geleistete Arbeitszeit verlässliche Aufzeichnungen gibt. Fehlen solche Arbeitszeitaufzeichnungen, wird es in jedem Fall zu Sanktionen gegen den Arbeitgeber kommen, da dieser in jedem Fall zu einer kompetenten Arbeitszeiterfassung verpflichtet ist. In diesem Punkt gibt es im neuen Arbeitszeitgesetz keine Änderungen. Somit ist jeder Arbeitgeber gut beraten, verlässliche Aufzeichnungen zu führen. Doch auch Arbeitnehmervertreter sollten sich nicht gegen die Nutzung einer Zeiterfassung aussprechen. Ob es zu einer Überstunde oder sogar zu Verletzung der höchstzulässigen Arbeitszeit kommt muss ja auf Basis genauer Informationen ermittelt werden. Insbesondere die Feststellung, ob die durchschnittliche Wochen-Arbeitszeit innerhalb eines Durchrechnungszeitraums von 17 Wochen die gesetzlichen maximalen 48 Stunden überschreitet, wird nur mit Hilfe einer vernünftigen Zeiterfassung nachweisbar sein.

Kompetente Zeiterfassung zum Schutz von Arbeitnehmern & Arbeitgebern

Im neuen AZG wurde die Gruppe jener Dienstnehmer erweitert, die nicht dem Arbeitszeitgesetz unterliegen. Das sind jene Mitarbeiter, die auch maßgeblich entscheidungsbefugt sind und ihre Arbeitszeit im Grunde selbst einteilen können. Es ist hier aber davon auszugehen, dass dies Personen betrifft, die deutlich über den jeweils gültigen kollektivvertraglichen Mindestgehältern entlohnt werden. Ebenso ist davon auszugehen, dass für diese Personen All-In-Verträge gelten. In diesem Entgelt sind alle Zusatzleitungen und alle Zahlungen für Mehr- und Überstunden enthalten. Da für diese Personengruppe der §26 AZG nicht gilt, muss der Arbeitgeber grundsätzlich keine Zeitaufzeichnungen führen. Der Arbeitnehmer hat aber das Recht auf eine sogenannte Deckungsprüfung. Damit soll nachgewiesen werden, dass der Arbeitnehmer mit seinen All-In-Bezügen nicht schlechter gestellt wird als ein Dienstnehmer ohne All-In-Vertrag. Das heißt: der Arbeitgeber muss nachweisen, dass der betroffene Mitarbeiter aufgrund der geleisteten Arbeitsstunden nicht mehr Entgeltanspruch hätte als im All-In-Gehalt abgedeckt wird. Auch darum gilt: Das österreichische Arbeitszeitgesetz macht den Einsatz einer Zeiterfassung notwendiger denn je! (siehe auch: https://www.zeiterfassung-bde.at/zeiterfassung-in-oesterreich/)